Medikamente

Unter den verschreibungspflichtigen Medikamenten hat Scopolamin die schnellste Ansprechrate und die beste Wirksamkeit, erkauft durch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Sehstörungen und Mundtrockenheit. Es sind Tabletten, Injektionen, und langzeitwirksame transdermale Pflaster im Handel. Kinder und alte Menschen vertragen Scopolamin schlecht; eine wichtige Kontraindikation ist das Engwinkelglaukom. Auch manche H1-Antihistaminika wie Dimenhydrinat oder Neuroleptika wie Promethazin haben im Gehirn anticholinerge Wirkungen und Nebenwirkungen, allerdings schwächer als Atropin und Scopolamin. Auch diese Arzneimittel sind für akut Erkrankte in Form von Injektionen verfügbar. Die Droge Amphetamin wurde im Zweiten Weltkrieg an die Soldaten ausgegeben; heute kann Ephedrin in ausgewählten und schweren Fällen eingesetzt werden. Andere Substanzen, die sonst gegen Übelkeit verabreicht werden, wie Metoclopramid und Ondansetron sind gegen die Reisekrankheit nicht wirksam.

Rezeptfreie, allerdings apothekenpflichtige Medikamente enthalten meist Dimenhydrinat. Neben Tabletten gibt es auch antihistaminhaltige Kaugummis.

Andere Therapien

Ingwerknolle

Ingwer hat eine antiemetische Wirkung. Er wird in Form von kleinen Scheibchen von der rohen Wurzel gekaut, als Pulver oder in Tablettenform eingenommen. Mit der Medikation kann schon am Vortag begonnen werden. Er gilt als nebenwirkungsarm, sollte jedoch von Menschen mit Magengeschwüren und Gallensteinleiden nicht verwendet werden. In einer kleinen doppeltblinden Studie, die an 80 Seekadetten durchgeführt wurde, reduzierte Ingwer im Vergleich zum Placebo signifikant das Auftreten von Erbrechen.

Da es nach dem Allergologen Reinhard Jarisch einen Zusammenhang zwischen dem biogenen Amin Histamin und der Seekrankheit gibt,kann es sinnvoll sein, vor der Reise eine histaminarme Diät einzuhalten. Auch wird empfohlen täglich bis zu 2 g Vitamin C einzunehmen, da es (wie viele andere Stoffe auch) offenbar eine histaminsenkende Wirkung hat. Bislang liegen noch nicht genügend Studienergebnisse vor, um von einem gesicherten Effekt ausgehen zu können.

Brillen, die einen künstlichen Horizont erzeugen, indem die Gläser zweiwandig sind und im Zwischenraum etwa zur Hälfte eine Flüssigkeit eingebracht ist, zeigen dem Träger die Richtung des Beschleunigungsvektors an. Zu diesem Produkt gibt es jedoch keine nachprüfbare Wirkungsnachweise.

 

Quelle: Wikipedia.de